Abschlussbericht: Sprachlerntreff im Café der Begegnung
Von Dienstag, den 8. November 2016 bis Donnerstag, den 8. Dezember 2016 fand im Café der Begegnung von TANG/ IDAV e.V. ein Sprachlerntreff statt. Nachmittags von 15:00 bis 17:00 Uhr übten sich fünf Wochen lang von Montag bis Donnerstag sechs Geflüchtete in der deutschen Sprache. Geleitet wurde der Kurs von Nicolette Kothe, Grundschullehramtsstudentin an der Pädagogischen Hochschule Freiburg und Sarah Gomm, Studentin der Ethnologie, Politologie und Islamwissenschaft. Die persönlichen Erfahrungen, die beide in diesem Bereich bereits mitbringen konnten waren sehr hilfreich für den Unterrichtsverlauf sowie die Unterrichtsplanung. Eine Schulung zum Thema Deutsch als Fremdsprache ist jedoch für eine solche Tätigkeit in jeder Hinsicht sinnvoll und allen Betroffenen zu empfehlen, um ein möglichst nachhaltiges und effektives Unterrichtskonzept entwickeln und speziell angepasste Methoden verwenden zu können.  Nicolette Kothe und Sarah Gomm stützten sich in ihrer Vorgehensweise auf das Buch „Ach so! Deutsch als Fremdsprache für Anfängerinnen und Anfänger oder zum Quereinstieg“ von Anne Bietz. Dies war sehr hilfreich für die grundlegende Struktur des Kurses. Die Thematik der einzelnen Unterrichtsstunden richtete sich nach dem im Buch vorgeschlagenen Verlauf. Es wurde als sinnvoll erachtet sich diesbezüglich an einem von Expert*innen entwickelten Konzept zu orientieren. Jedoch sind die Übungseinheiten des Buches sehr kurz gestaltet, oftmals relativ anspruchsvoll und überwiegend auf Lesen und Schreiben fokussiert. Das Buch diente deshalb als Orientierung und zur Strukturierung des Unterrichts, war jedoch nicht ausreichend um ein Thema intensiv zu lernen und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Aus diesem Grund erstellten die Kursleiterinnen selbst Arbeitsblätter und griffen auf vorhandenes Material zu „Deutsch als Fremdsprache“ aus dem Internet zurück. Außerdem war es notwendig durch eine ausführliche Recherche vor Beginn des Kurses verschiedene Methoden des Lernens kennenzulernen, um diese dann adäquat einzusetzen. Als besonders zielführend erwiesen sich Methoden des spielerischen Lernens, sowohl in der großen Gruppe als auch in kleinen Einzelgruppen. Sie steigerten die Motivation der Kursteilnehmer*innen, erhöhten den Spaß-Faktor im Kurs enorm und Gelerntes blieb dadurch meist besser hängen, bzw. konnte gefestigt werden. Trotz allem war es notwendig dies mit schriftlichen Übungen und Erklärungen der Grammatik zu ergänzen. Vor allem schriftliche Übungen konnten das Sprachverständnis stärken, dadurch dass die Teilnehmer*innen eine bildliche Vorstellung der Sprache bekamen und sich die Aussprache einzelner Worte nach solchen Übungen merklich verbesserte. Auch war es sinnvoll den Kurs auf zwei Kursleiterinnen aufzuteilen, da es für eine Person allein wohl eine zu große Belastung gewesen wäre. Hier war die Kommunikation zwischen den beiden Kursleiterinnen besonders wichtig, um einen nahtlosen Übergang zwischen den einzelnen Unterrichtseinheiten zu schaffen und Verwirrung auch auf Seiten der Kursteilnehmer*innen zu vermeiden. Der Austausch über die im Unterricht besprochenen Inhalte fand deshalb regelmäßig nach jeder Unterrichtseinheit persönlich oder über Telefon statt. Zudem wurden alle verwendeten Materialien, wie auch das Konzept der jeweiligen Unterrichtseinheit in einem gemeinsamen Ordner abgeheftet. Dies war während des Kurses essentiell und ist auch im Nachhinein von großem Vorteil, da ein ähnlicher Kurs nun mit erheblich weniger Aufwand durchgeführt werden könnte. Im Folgenden werden die Themen aufgelistet, welche während des fünfwöchigen Deutschkurses bearbeitet wurden: Smalltalk-Dialoge, das Alphabet, Alltagsgegenstände, Kardinal- und Ordinalzahlen, die Uhrzeit und Geldbeträge wurden in den ersten beiden Wochen behandelt. Im zweiten Teil des Kurses lag der Fokus verstärkt auf Grammatik. So wurde intensiv auf die regelmäßigen und unregelmäßigen Verbformen im Präsens eingegangen. Weitere Themen waren die bestimmten und unbestimmten Artikel, Adjektive sowie Präpositionen. Vokabular eigneten sich die Teilnehmer*innen besonders zu den Themenfeldern Wetter, Lebensmittel, Einkaufen, Restaurantbesuche und den Aufbau der Wohnung an. Wie bereits erwähnt wurde in allen Bereichen ein besonderes Augenmerk auf die kommunikativen Aspekte gelegt. Leider war der Kurs ab Dezember nur noch unregelmäßig von allen Teilnehmer*innen besucht, was es schwieriger machte die Unterrichtseinheiten optimal vorzubereiten und den Lerneffekt, bei diesen Teilnehmer*innen selbstverständlich schmälerte. Jedoch erlaubte dies auch besser auf einzelne Teilnehmer*innen einzugehen, die es in der großen Gruppe schwerer hatten dem Unterricht zu folgen. Dies ist auf die unterschiedlichen Sprachniveaus zurückzuführen, mit denen die Teilnehmer*innen im Kurs starteten. Das Fazit der beiden teilnehmenden Frauen aus Nigeria, der zwei Männer aus Afghanistan, ein Mann aus Syrien und einer aus dem Irak war weitgehend positiv. Einige hätten sich jedoch einen längeren Kurs gewünscht, da sie das Gefühl hatten ihre Sprachkompetenzen in fünf Wochen nicht in dem erhofften Maße verbessern zu können. So wurde ein Kurs von bis zu fünf Monaten gewünscht. Ähnlich fällt auch das Fazit der Kursleiterinnen aus:  „Ich hatte persönlich viel Spaß an dem Kurs. Fachlich war es immer wieder eine Herausforderung für mich. Zum einen zwar im positiven Sinne, ich denke aber auch es wäre es sinnvoll für alle Kursleiter*innen an einer Schulung in diesem Bereich teilzunehmen. Über die kurze Zeit konnten außerdem wirklich nur die Basics zu 100% hängen bleiben. Längerfristig kann man daraus sicher mehr machen. Das ist vor allem sinnvoll oder sogar notwendig, wenn die Teilnehmer*innen im Anschluss nicht an einem anderen Kurs teilnehmen können und die Sprache damit erst einmal ‚auf Eis‘ liegt.“